Morgens im Monbijoupark: Kein Schloss, aber Schnee und ShimSham…

Im Monbijoupark stand mal ein Schloss. Friedrich I., seit 1701 König in (nicht von) Preußen soll es für seine Mätresse gebaut haben. Seine Schwiegertochter, Sophie Dorothea, verheiratet mit Friedrich Wilhelm I., dem „Soldatenkönig“, nutzte das Schlösschen als Sommerresidenz und soll dort gerne Feste gefeiert haben. Auch als der russische Zar Peter der Große mit seinem Hofstaat zu Besuch kam, wurde er im Schloss Monijou untergebracht. Die Partys während seines Besuchs sollen so wild gewesen sein, dass nach der Abreise erst mal renoviert werden musste…

Das nach dem Krieg teilweise zerstörte Schloss wurde 1959 abgerissen. Heute erinnert nur noch ein wie zufällig am Wegesrand vergessener Reliefstein im Park zwischen Oranienburger Straße und Spreeufer zur Museumsinsel an das einstige „Schmuckstück“ (frz. „mon bijou“).

Im Park gibt es heute ein Kindersommerfreibad, einen Spielplatz, Sportplätze, ein Theater. Man darf grillen und am Ufer der Spree lockt im Sommer die Standbar gegenüber des Bode-Museums abends zum kühlen Sundowner in Liegestühlen sowie wechselndem Tanzprogramm: Tango, Swing, Salsa.

Im Sommer 2006 gab es einen „Grusel-Fund“ im Park: Der Hund Fritz entdeckte eine mumifizierte Fessel-Leiche im Park. Damals wurden dort gerade neue Wege angelegt, viel Erdreich wurde bewegt. Man hielt die Tote zunächst für eine ermorderte Prostituierte. Die Ermittlungen ergaben jedoch, dass es sich um eine 29jährige türkische Mutter zweier Kinder aus Schöneberg handelte, die seit 1992 vermisst wurde.

Heute aber wird hier weder gepicknickt, noch gebuddelt. Keine Spuren von Partys oder Leichen. Über Nacht ist der erste Schnee dieses Winters gefallen. Ich mag die gedämpfte Stimmung, die sich an diesem Morgen mit dem zarten Schnee über Berlin gelegt hat.

Trotzdem freue ich mich schon jetzt wieder auf den Sommer. Vor zwei Jahren haben wir im und um den Monbijoupark herum mit unserem Team in unzähligen Mittagspausen einen kleinen Clip anlässlich des Jubiläums des Verbands, für den wir arbeiten, gedreht.

Zeit für eine kleine Runde Lindy Hop, Happy Shim Sham, um gut gelaunt in den Arbeitstag zu starten, denn: „It ain’t what you do it’s the way that you do it…“

 

 

 

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3 Kommentare zu “Morgens im Monbijoupark: Kein Schloss, aber Schnee und ShimSham…
  1. Trixi sagt:

    Hey, das ist aber ein sehr inspirierende Beschreibung…..ich war da noch gar nicht. Jetzt will ich aber mal dahin.

  2. Trixi sagt:

    Das ist doch der Park gegenüber deiner Arbeit? Als ich dort mal parkte, habe ich einen Baum mit roten und weißen Blüten gesehen. Ich glaube es war ein Kirschbaum. Das fand ich erstaunlich.

    • Gwendolyn sagt:

      Ja, ich glaube, es sind wirklich Kirschbäume… sobald die rosa Blüten wieder blühen, sollten wir uns hier unbedingt auch mal zum Mittagspausenpicknick treffen… 🙂

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